Die Ruhe nach dem Sturm
von Manuel Schmitt // 30.07.2019 22:53 // 21

Youtube und Twitch werden als offene Platformen für eine selbstbestimmte und kreative Arbeit angesehen. So ganz stimmt das allerdings nicht – ich habe einen langen, anstrengenden Weg zurückgelegt, bei dem ich feststellen musste, dass ich für mein kreatives Schaffen eine Alternative brauche.

Ein kurzes Wort vorweg: Dieser Artikel beschreibt meinen sehr persönlichen Weg. Manche werden sich vielleicht in den Erfahrungen und Erkenntnissen wiederfinden, andere wohl möglich weniger oder auch gar nicht – die Zielsetzung ist nunmal bei jedem Menschen anders. Nehmt diesen Artikel also als subjektiven Erfahrungsbericht!

kreativ & getrieben

Ich schreibe aus der Sicht eines Getriebenen. Immer wenn ich etwas sehe, das mir gefällt, habe ich das Verlangen, es selbst zu machen. Das betrifft kreative Dinge wie Bilder, Musik, Hörspiele, Bücher oder Filme, kann aber auch Webseiten, Games, ja sogar handwerkliche Dinge wie Hausbau oder Gärtnerei betreffen.

Dieser Trieb, etwas zu erschaffen, brachte mich 2001 dazu, auf der Kunsthochschule zu studieren und einen Weg als Regisseur und Animator einzuschlagen. Kurz nach dem Studium habe ich an mehreren Drehbüchern gearbeitet, mal zusammen mit Produktionsfirmen, mal alleine. Tatsächlich war das oftmals ein frustrierender Prozess, der oft nach dem gleichen Schema ablief, das einige von euch bestimmt kennen: Als Kreativer beginnt man zu arbeiten, schafft es, eine gewisse Aufmerksamkeit zu erreichen, wird Leuten vorgestellt. Man beginnt zusammenzuarbeiten, und es scheint so, als ob das Projekt auf einem guten Weg ist.

Und dann kommt die Wand ||| Irgendein Hindernis, das jegliches Weiterkommen verhindert. Ein Redakteur, der nicht an das Drehbuch glaubt; eine Personalveränderung; Mitarbeiter werden abgeworben, oder richten sich komplett neu aus; ein Verlag geht pleite – Es gibt viele Arten dieser 'Wände'. Oftmals ist so etwas mit langen Wartezeiten verbunden, schmerzlichen Wochen, Monaten, in denen man eigentlich weiterarbeiten will, aber nicht kann. Ich habe diese Kette der Frustration immer wieder erlebt. Mit meinem ersten Drehbuch. Mit meinem zweiten Drehbuch. Mit einem Point & Click - Adventure. Mit unzähligen Konzepten. Mit dem dritten Drehbuch.

Der Sturm: YouTube und Twitch

Dann kam die Zeit des Sturms: YouTube und Twitch mit ihren Verheißungen: Reichtum und Reichweite! YouTube selbst zelebriert ihre erfolgreichsten Influencer in elitären Meet & Greets, in Awardshows oder Rewind-Videos, in denen wiederum ebendiese Verheißungen inszeniert werden. Oftmals funktionieren Twitch und YouTube gerade deswegen, weil der Influencer ein erstrebenswertes Ideal darstellt – als Zuschauer sieht man einem Menschen zu, in dessen Position man selber gerne wäre, dessen Reichtum, Coolness, Ansehen, Freunde man auch gern hätte.

SgtRumpel

Ein eher ungünstiges Foto von mir während eines Vortrags auf der Münchner Interaktiv-Fachtagung.

Plötzlich hatte ich eine eigene Community und war nicht mehr angewiesen auf Produktionsfirmen, auf Förderung und Sponsoren. Social Media schien eine echte Alternative zu sein. Mit einer eigenen Reichweite kamen Kooperationen zustande, für die man vorher hart kämpfen musste. Ich wurde eingeladen, Vorträge zu halten! Menschen wollten mit mir zusammenzuarbeiten. Mit einer Marke und einem ausreichend großem Publikum können Projekte umgesetzt werden, die ansonsten einen Geldgeber, einen Publisher, einen Verlag oder Ähnliches benötigen. Follower sind privates Crowdfunding.

Doch wer glaubt, in den sozialen Medien unabhängig zu sein, der irrt. Man ist zwar nicht mehr von Redakteuren oder Verlagen abhängig, aber dafür von Algorithmen und der Willkür der Betreiber. Es fängt leise an, wird im Laufe der Zeit immer lauter, bis schließlich ein konstanter Sturm um einen herum tobt. Es werden einem ständig Zahlen um die Ohren geworfen: Welcher Post war wie erfolgreich, zu welcher Uhrzeit sollte man am besten streamen, bei welchem Kommentar lohnt sich eine Beantwortung. Wer mitspielt und in den Bereichen Länge, Themenwahl, Ausdrucksweise, Posting-Zeit, Kommentarbearbeitung und Werbeeinblendung dem Willen der Platform entspricht, wird gepusht.

Vom Regen in die Traufe

Je länger ich auf YouTube und Twitch für meine Community unterwegs war, desto mehr hatte ich das Gefühl, mich von meiner eigentlichen kreativen Arbeit zu entfernen. Zu häufig wurden bestimmte Entscheidungen abgestraft. Zum Beispiel bin ich kein Freund der Werbeeinblendungen, weshalb ich manchmal die Marketingoptionen ausgestellt oder nur einen Overlay zugelassen habe. Mir war das Geld nicht so wichtig, sondern die Views. Ich wollte meine Community mit meinem Video erreichen.

SgtRumpel

Mit dem stattlichen Ritter Blidemann bei einem Treffen auf der RPC.

Nur sieht YouTube das anders. Wer keine Werbung schaltet, wird nicht empfohlen. So habe ich teilweise in meiner Serie 'unnawegs' extrem unterschiedliche Viewzahlen bei den Videos. Grund dafür sind bestimmt nicht alleine meine Experimente mit den Werbeeinstellungen, aber sie fließen in ein Gesamtbild mit ein, das mich zum Nachdenken gebracht hat: Wie abhängig bin ich eigentlich auf einer vermeidlich offenen Platform wie YouTube.

In meinem Bekanntenkreis unter den Influencern habe ich recht schnell gemerkt, wie stark diese Menschen von ihrer Platform abhängen. Jede kleine Taktik, jede Strategie, um gegen einen – sich immer ändernden – Algorithmus zu bestehen wurde wie in einer Art Selbsthilfegruppe herumgereicht: "Mach Videos, die länger als 10 Minuten sind, wegen der Watchtime." – "Aber schneiden, idealerweise die besten Clips an den Anfang stellen, damit die Leute nicht wegschalten." – "Unbedingt mit anderen, reichweitenstarken Influencern zusammen aufnehmen, um Viewer zu diversifizieren." – "Jetzt sind sogenannte Donation-Videos voll angesagt, wo große YouTuber kleine Streamer mit übertriebenen Donations überraschen." Und so weiter und so weiter.

SgtRumpel

Beim Ausspannen kan man auch mal unsinnige Fotos in little Planet-Manier machen. Und dann auf Twitter posten.

Die Ruhe

Irgendwann habe ich bemerkt, dass mich all diese kleinen Forderungen von meiner eigentlichen kreativen Arbeit abhalten. Zudem hat mich dieses ständige Vorhalten der (Miss-)Erfolgszahlen zwangsweise in meinen Entscheidungen beeinflusst. Wer sagt, er würde die Zahlen nicht beachten, lügt meiner Meinung nach. Jeder noch so kleine Streamer, jeder noch so kleine Channel wünscht sich insgeheim, zu wachsen. Und das eigentliche Problem dabei ist: wer den Vorgaben von YouTube entsprechen will, muss eine gewisse Mindestanzahl von Videos veröffentlichen, die (mit qualitativ hochwertigen Videos) schon kaum als Hobby zu bewältigen ist (ein Grund für die Masse an Gaming-Videos, denn sie sind nunmal furchtbar einfach produzierter Inhalt).

Ein Projekt wie Alendia wirkt da wie ein Anachronismus. Je mehr ich mich mit Alendia beschäftige, desto länger brauche ich für eine neue Folge. Denn mit jeder Episode lerne ich etwas mehr hinzu und werde es bei der nächsten Folge zusätzlich beachten. Storytelling, Sprachtechnik, Komposition, Mastering, Programmierung - all diese Elemente erfordern mit jedem neuen Werk ein wenig mehr Zeit, denn als Künstler habe ich mich willentlich weiterentwickelt und muss nun meinem eigenen gehobenen Anspruch genügen.

SgtRumpel

So viel Arbeit! Alendia wird mit jeder Folge schwerer :D

Insofern war die Abnabelung von den sozialen Medien für mich extrem wichtig, denn nur so kann ich mich auf die Arbeit so konzentrieren, wie ich es auch für sinnvoll erachte. Das hat jedoch klare Nachteile: Meine Kanäle, in denen ich kommuniziere, haben sich verändert, und sie sind kein Dauerfeuerwerk an Content. Ein Nachteil, mit dem ich leben muss – und der sich auch konkret auf das Projekt auswirkt. In Zeiten, in denen ich gerade keine neue Folge herausbringe, stocken die Verkäufe, ich gerate für einige Zeit in Vergessenheit.

Aber: ich habe den sozialen Medien noch nicht vollständig entsagt – ich nutze sie nur anders. Und vor allem seltener. Denn der unmittelbare Vorteil ist: Ich bin ruhiger geworden, ausgeglichener. Ich habe mehr Kraft und mehr Freude bei der Arbeit an diesen Projekten und kann mich besser darauf konzentrieren. Ich lerne ständig Neues, was mir immer wieder unheimlich Spaß macht.

Also: Ich bin noch da! Auch wenn man zwischendrin mal wenig von mir hört :D

Kommentare
Sa
Sabi schrieb am 30.07.2019:
Wir sind auch noch da! - und stehen immer (bequem) hinter Dir. :) Entscheidungen treffen zu müssen, die das ganze Leben verändern sind immer schwer, aber lieber ein ausgewähltes Publikum glücklich machen und den Rest "enttäuschen", als so viele verschiedene Dinge mehr schlecht als recht zu machen, damit jeder irgendwas davon hat. Aus meiner Sicht ist das der beste Weg, den Du jetzt gehst. Gerade Alendia ist etwas, das ich noch nirgends sonst auf so eine Weise gesehen habe, etwas ganz besonderes. Und wenn Du dabei auch noch glücklicher geworden bist? - Ja, dann haben wir da ja ein Stück weit den Himmel auf Erden geschaffen! <3
Sg
SgtRumpel antwortete am 30.07.2019:
Alendia - ein Stück Himmel auf Erden. Das wird dann der Untertitel für Staffel 2! :D
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St
Sten33331 schrieb am 30.07.2019:
Ach Rumpi, schön mal wieder was von dir zu lesen. Es freut mich, dass dich deine Entscheidung in Bezug auf Social Media glücklicher macht, aber irgendwo frage ich mich, ob es nicht auch einen Mittelweg gibt. Ich liebe Alendia und finde deine Arbeit allgemein großartig und bewunderswert, aber so im Alltag fehlst du mir einfach sehr, weil du so selten in Erscheinung trittst. Ich denke, dass es da nicht nur mir so geht. Natürlich ist das deine Entscheidung und es steht mir gar nicht zu das irgendwie zu kritisieren. Aber aus persönlichen, egoistischen Gründen trauere ich einfach der Zeit nach, in der ich mehr von dir und deinem Schaffen hatte. Dein Content entschädigt aber größtenteils für die lange Abstinenz von dir... :)
Sg
SgtRumpel antwortete am 30.07.2019:
Du machst mich noch ganz verlegen! :D Aber ich verspreche Dir, dass ich trotz einiger Pausen immer, wenn auch im Stillen, weiterarbeite und dann auch wieder etwas veröffentliche.
Aber Du hast definitiv recht, dass es einen Mittelweg gibt - und ich arbeite gerade auch daran. Umstellungen sind auch immer von technischen Neuerungen begleitet, die ich erst durchführen muss :D
St
Sten33331 antwortete am 30.07.2019:
Schön, ich freue mich immer etwas von dir zu hören/lesen/sehen. :) Dann bleibe ich hoffnungsvoll was den Mittelweg anbelangt :) Falls du irendwann mal wieder streamen solltest (also einmalig, nicht zwingend regelmäßig) wär ich dir auch nicht böse ;)
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Ma
MarschelArts schrieb am 30.07.2019:
Eine ähnliche Erfahrung habe ich was Social Media angeht auch gemacht, auch wenn ich dabei nie eine so große Community ansprechen konnte wie du es geschafft hast, und noch immer schaffst. Selbst bei meiner kleinen Followerzahl merke ich dennoch den Druck der sich aufbaut, immer und regelmäßige Postings zu machen. Je öfter desto besser, damit einem der Algorithmus gewogen bleibt. Nur um dann dennoch in den Zahlen abzustürzen wenn eben jener Algorithmus gerade mal wieder Husten hat.
Bei mir waren es die Daily Drawings. Für ne Challenge wie dem Inktober oder sowas ist das ganz cool, aber es auf ein halbes Jahr zu ziehen wie ich es getan habe, eher nicht. Man sieht zwar Fortschritte, sowohl im Skill als auch bei den Followern, aber die Qualität hat bei mir irgendwann gelitten bis kurz vor den kreativen Burnout. Neben den Dailies war ja noch einiges anderes zu machen. Dieses Jahr gehe ich es auch ruhiger an, setze den Fokus auf die Idee, Qualität und Lernen. Die Followerzahl und Interaktionen leiden darunter, ja, aber die Leute die mein Zeug wirklich interessiert sind geblieben. Was Follower angeht... sind mir das dann doch die liebsten. Und wenn ich mir deine Community da anschaue, ist das auch bei dir der Fall ;)
Sg
SgtRumpel antwortete am 31.07.2019:
Insgesamt auf jeden Fall der gesündere Ansatz! Ich glaube (was in dem Artikel gar nicht so herauskommt), dass eine finanzielle Absicherung da recht wichtig ist. Will heißen, wer - wie ich - den Algorithmen der Social Medias nicht hinterherlaufen will, muss sich diesen "Luxus" auch leisten können. Deshalb habe ich glaube ich unterbewusst nie wirklich aufgehört, neben YouTube und Twitch weiter zu arbeiten...
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Kn
Knorpelkomposenderbergtrolligerknallhaarentfernermitglaubenskrisigerknuffelwuffelverpackung schrieb am 31.07.2019:
Super spannend! Ich danke dir sehr für diesen offenen Einblick in deine Welt! Ich frage mich auch aktuell, ob ich damals nicht auch so ein Studium hätte machen sollen. Ich habe mich da ziemlich wiederentdeckt. Mir geht es auch so, dass ich von einem kreativen Format begeistert bin, dass ich es selber auch angehen will. Ein Fluch und ein Segen zugleich würde ich dies nennen. Ich bin froh dadurch mittlerweile beim Radio hier reingerutscht zu sein eigene Hörspiele zu machen, wo ich ursprünglich nur als Sprecher mitmachen wollte und dann plötzlich saß ich da und schrieb ein eigenes Hörspiel, obwohl ich zuvor noch nie wirklich ein Hörspiel gehört habe! Also ich hatte kp was ich tue xD Das war spannend und dann rutschte ich auch ins Schneiden mit rein und mach nun auch meine ganz eigenen Sachen... Genauso auch wie beim Geschichten schreiben, womit ich anfing, bevor ich freiwillig jemals ein Buch gelesen hatte xD Und halt so viel mehr bzw so viele Dinge, wo das Verlangen stets aufkeimt, ich es aber nur nicht umsetzen kann bzw nicht weiß wie^^ (Nur bei Gartenarbeit bin ich raus : D)

Ich weiß auch gar nicht was ich groß hier überhaupt schreiben wollte und frag mich gerade, ob der Kommentar nicht Zeitverschwendung ist aber gut... xD
Was ich noch sagen wollte.. ich fühle mich sogar etwas ertappt, als du schriebst, dass es nicht stimmt, wenn Youtuber sagen, dass ihnen die Zahlen egal sind. Da dachte ich nämlich erst "Ich hab auch einen Kanal und mir ist es wurscht, sonst würde ich wohl auch nicht weiter machen, da ich eh nur einen Zuschauer hab gefühlt xD" Aber der Satz der danach kommt, dass sich insgeheim jeder wünscht mehr Leute zu erreichen... Da haste vollkommen recht. Ich meine gerade als kreativer will man ja, dass so viele Leute das erschaffene sehen wie möglich. Das Geld oder ein Wetteifern ist da scheiß egal. Aber man will ja dieses Feedback auch haben. Je mehr Leute man erreicht desto mehr Feedback kann man sammeln und je besser kann man werden oder vielleicht sogar neue Ideen bekommen.
Fand ich super interessant und vielen Dank für diesen kleinen Denkansatz^^

Das geht schon viel zu lang hier und im Prinzip steht da nix spannendes drin in diesem Kommentar aber zum Abschluss noch... Ich freue mich riesig für dich, wie es bei dir nun alles so gelaufen ist am Ende. Also dein Alendia Projekt, welches dich wirklich komplett zu erfüllen scheint. Das ist eine wirklich tolle Sache! Ich wünsche dir da weiterhin nur das Beste! Bin super froh, dass ich dich "wiederentdeckt" habe für mich, als ich die alten LPT Folgen mal wieder nacheinander durchschaute und mich die Frage beschlich, was der gute alte Sgt Rumpel heute so macht und zack! ... Alendia... voll geil! Super spannend, auch wegen dem selbstpublishing, wo ich gern auch mal wissen würde wie man das hinkriegt... Ich habe da selber auch mal nachgedacht, wüsste aber nicht mal wo ich da anfangen kann, sowas umzusetzen. Da muss ich mich mal schlau lesen. Aber super spannend alles. Dein Buch gefiel mir auch klasse und ich hoffe sehr, wenn Staffel 2 soweit fertig ist, dass zu Staffel 2 erneut ein schickes Büchlein kommen wird :)

Nun aber genug Zeit gestohlen... Sry für den Roman voller unbedeutender Dinge xD Ich wünsch dir weiterhin alles gute! Und immer bequem stehen! :)
Sg
SgtRumpel antwortete am 31.07.2019:
Langer Kommentar und... laaaaaanger Nick! :D Zum Glück schafft mein System, den in seiner ganzen glorreichen Länge anzuzeigen!

Self Publishing ist inzwischen recht gut machbar! Habe dazu auch hier ein paar Artikel geschrieben. (auf Alendia klicken!).

Und in Bezug auf Deine eigenen Hörspiele: Interessant, dass Du da so "reingerutscht" bist. Tatsächlich ist es so, dass ich zwar auf der Kunsthochschule studiert habe, aber ebenfalls bei jedem neuen Projekt erstmal wieder neue Programme und Techniken erlernen muss - da ist es fast egal, woher man kommt :D
Kn
Knorpelkomposenderbergtrolligerknallhaarentfernermitglaubenskrisigerknuffelwuffelverpackung antwortete am 31.07.2019:
Auweia das haste echt alles gelesen, dann war die Nacht wohl schnell vorbei :D
Ach wie cool. Da werde ich definitiv heut Abend reinlesen! Einige Leute meinten ja schon, dass ich zumindest eine meiner Kindergeschichten (die nur zufällig ne Kindergeschichte wurde xD) irgendwie zum Verlag oder sonst wie rausbringen sollte, weil es zu schade drum wär... Aber da ich selber mein größter Kritiker bin und alles was ich tue eh schlecht ist... (meinem Kopf nach) Aber loslassen tut es mich doch nie ganz und wie du schon sagtest... Irgendwie ist der Drang da es einfach dann selber zu machen :D

Ja da hast du wohl recht. Letzten Endes ist das Wichtigste eh immer die Erfahrung die man beim praktizieren sammelt. Ich glaube mit Studium ist es wohl nur einfach leichter zu wissen wie man da am Besten ran geht, weil das einem bestimmt erklärt wird oder man eben direkt nachfragen kann. Aber dank des Internets kann man heutzutage zumindest auch so leicht an Infos rankommen in der Hinsicht^^
Ich kann auch so nur empfehlen, wenns Leute gibt, die sich selber für Hörspiele zu interessieren, mal beim offenen Kanal vor Ort zu gucken. Ich weiß zwar nicht wie es da außerhalb Schleswig-Holstein aussieht aber- normal ist das super zum Erfahrungen sammeln :) Freu mich auch wieder auf die diesjährigen Adventskalenderhörspiele, wo ich am September wieder im Marathon schreiben werde :D (Letztes Jahr 20 in 3 Wochen xD Ich glaubs immer noch kaum... :D)
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No
NotifierMan schrieb am 31.07.2019:
Das von dir angesprochene "im Vergessenheit geraten" sehe ich persönlich gar nicht als wirklichen Nachteil. Immer wenn neuer Content von dir kommt, freue ich mich umso mehr darüber. Man wird halt einfach nicht von einer großen Menge "überschwemmt" wie bei einigen Let's Plays - die beispielsweise 4 mal die Woche kommen - sondern bekommt immer mal wieder etwas mit Qualität und sehr viel Herz. Das ist einfach einzigartig! Ich finde es wunderbar, dass du dir weiterhin Ruhe und Zeit für deine Projekte nimmst und an Alendia sieht man, was diese Einstellung für ein zauberhaftes Meisterwerk erschaffen hat, welches einfach nur zum Träumen einlädt! Die erste Staffel liegt immer auf meinem Nachttisch und wenn der Tag mal wieder stressig und lang war, gibt es mit diesem Buch wenigstens eine Sache, die mich mit schönen Gedanken und Träumen in den Schlaf begleitet.
Sg
SgtRumpel antwortete am 31.07.2019:
Das freut mich natürlich sehr, sowas zu lesen :D Und hoffentlich wird irgendwann das zweite Buch daneben liegen! Vielen Dank!
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Cr
CreaFea schrieb am 31.07.2019:
Oh, mir geht es derzeit auch so! Während der letzten zwei Monate habe ich schon viel mehr gelernt als während der letzten zwei Jahre! Es war mir auch aufgefallen, dass mich Menschen und deren Auftreten auf Twitter z.B. größtenteils nur noch aufgeregt haben und ich dadurch immer gereizter wurde. Abstand hat da sehr geholfen. Vor allem sehe ich bei mir gerade die Weiterentwicklung meiner selbst und meiner Fähigkeiten und DAS macht mich sehr glücklich. Keine hohe Zahl bei Retweets oder Likes, sondern persönlicher Fortschritt! Im letzten Jahr hatte ich mal einen Monat lang versucht, jeden Tag eine Zeichnung auf Instagram zu posten im Rahmen vom "Drawtober" und stand nach wenigen Tagen schon unter erheblichem psychischen Stress. Du gehst abends mit dem Gedanken ins Bett, am nächsten Tag wieder etwas posten zu müssen, und wachst am Morgen auf mit den Gedanken, was Du noch machen kannst, wie und vor allem wann. Und trotz eines Puffers von ein paar Zeichnungen, die ich in Vorbereitung auf Tage, an denen es mir nicht möglich sein würde, zu zeichnen, angefertigt hatte, war es mir dennoch nicht möglich, das Ganze diesen einen Monat lang durchzuziehen. Will man Social Media erfolgreich nutzen, so muss man sich zwangsläufig gewissen Regeln unterwerfen. Wann man z.B. am besten postet und vor allem auch WAS. Ich habe die Erfahrung bei Fanart gemacht: Zeichnest Du etwas, für das eine große Fanbase besteht, generierst Du innerhalb von kürzester Zeit jede Menge Follower, Likes und Shares. Man könnte damit sogar eine Menge Geld machen, sofern man sich denn dazu herablassen würde, das Fanart auch zu verkaufen. Soetwas wollte ich nie und sowas unterstütze ich auch nicht. Man kann auch eine Menge Geld verdienen, indem man einen bestimmten Zeichenstil und dessen Fanbase bedient, das läge für mich sogar im Bereich des Möglichen, aber auch dazu habe ich schlichtweg keine Lust. Etwas zu erschaffen, nur um damit Geld zu machen, hat für mich keinen Wert. Ich würde mich persönlich auch null weiterentwickeln, weil ich nur noch damit beschäftigt wäre, sowas zu produzieren. Da bin ich viel lieber unabhängig und frei. Seitdem ich diese Social Media Mentalität losgeworden bin, bin ich viel entspannter geworden und auch glücklicher. Neues zu lernen und erkennen zu können, dass ich Fortschritte mache, ist mir so viel wichtiger geworden. Rauszugehen aus meiner Wohlfühlzone, Sachen auszuprobieren, die ich FÜR MICH mache, nicht für Social Media, nicht für Likes. Deswegen nutze ich Instagram auch hauptsächlich nur noch als eine Dokumentation für meine Entwicklung. Ich sammle dort, was mich gerade beschäftigt und woran ich arbeite, damit ich sehen kann, ob es überhaupt und wenn ja, welche Entwicklung es bei meinen Fähigkeiten gab. Außerdem ist mir aufgefallen, wie frei ich mich jetzt fühle, dadurch, dass ich mich mit meinem eigenen Zeug beschäftige und weniger mit Social Media. Die Energie, die sonst in sinnlose Grundsatzdiskussionen auf Twitter floss, stecke ich nun in meine eigenen kreativen Projekte, was dazu führt, dass ich viel effizienter geworden bin, was das Lernen und Arbeiten angeht. Dadurch habe ich auch eine Art von positivem Kreislauf in Gang gebracht, der mich voran bringt und durch Lernfortschritt und Freude belohnt, was wiederum dazu führt, dass ich motiviert bleibe und immer weiter gehe. Klar kommt es zwischendurch trotzdem mal zu langsameren Entwicklungsphasen, aber auch die lassen sich nun besser aushalten bzw. überwinden. Twitch nutze ich dennoch gerne, um gemeinsam mit Gleichgesinnten zu arbeiten, zu lernen und mich auszutauschen. In der Künstler-Szene ist mir schon häufiger eine Konkurrenz-Kultur aufgefallen, bei der manche Künstler sich weigern, ihr Wissen und/oder ihre Ressourcen zu teilen, aus der Überzeugung heraus, andere könnten damit ja eventuell "besser" werden als sie selbst. Was für ein Bullshit. Austausch bereichert doch und kann mitunter dazu führen, dass man seine eigenen Sichtweisen erweitert und eventuell sogar noch Neues dazu lernt! Ich kann Menschen nicht verstehen, die auf ihrem beschränkten Wissen hocken wie die Drachen auf ihrem Gold. Ich mag diesen Austausch sehr, außerdem kann ich selbst durch mein Handeln und Teilen dessen andere inspirieren und motivieren, ebenfalls aktiv zu werden! Auch dieser Aspekt freut sehr und macht mich glücklich. Auf der anderen Seite kann ich Streams nutzen, um Dinge zu tun, die ich sonst nur ewig vor mir herschieben würde. Studien zu zeichnen, z.B.. Oder ironischer Weise sogar, ein Videospiel durchzuspielen. Ich glaube, wenn man sich auf einen Social Media Kanal beschränkt, kann das sogar ganz nützlich sein - vorausgesetzt natürlich, es ist generell für einen selbst sinnvoll, überhaupt soetwas zu nutzen. Erfolgreich und glücklich kann man auf jeden Fall ohne das alles werden, denn man selbst bestimmt doch, was Erfolg für einen persönlich bedeutet, nur haben viele von uns das wohl bereits vergessen.
Sg
SgtRumpel antwortete am 31.07.2019:
Ich finde es immer zum Teil bewundernswert und teilweise merkwürdig, wenn ich diese "Challenges" sehe. Ich verstehe, dass es dazu führen soll, sich mehr mit der Technik auseinanderzusetzen und eine Routine zu bekommen. Nur finde ich immer, dass man bei so etwas sehr schnell in eine Art Fließbandarbeit verfällt, weil künstlerisch ein solch hoher Output gar nicht machbar ist. Ich finde solche Challenges sinnvoll, wenn man eine Übung macht - also sich auf eine Sache konzentriert und diese, wie bei einem Instrument mit Etüden, immer wieder macht und sich dabei in dieser einen Disziplin verbessert. Zum Beispiel Köpfe zeichnen. Oder Hände - also eine Studio, kein fertiges Werk. Eine Challenge mit kompletten Bildern halte ich für kontraproduktiv.

Ich finde immer, dass man erst nach einiger Zeit sehen kann, ob man künstlerisch die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Nämlich dann, wenn man auf seine Arbeit zurückblickt und sich auch nach einiger Zeit immer noch damit identifizieren kann. Das habe ich ganz stark bei YouTube gemerkt. unnawegs finde ich auch heute noch gut, die LPs - naja :D
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Je
Jeedediah schrieb am 01.08.2019:
Interessant finde ich, dass auch als Unkreativer/Konsument Social Media anstrengend sein kann:
Die vielen Videos ansehen, Posts und dazugehörige Kommentare lesen - all das kostet auch Zeit und, im Fall von Kommentarelesen, Energie.
Daher bin ich persönlich froh, wenn gar nicht so viel an einem Tag gepostet/hochgeladen wird. Dann komme ich mit dem Gucken hinterher und verliere mich nicht zu lange in Kommentaren, die mich in letzter Zeit meist eh nur aufregen.
Es ist doch so, dass viele der Nutzer im Internet zu viel Zeit mit Nichtigkeiten verbringen, weil dass Gefühl erzeugt wird, man MÜSSE sich diesen Beitrag oder jenes Video noch ansehen.

Zeit und Energie, die man für Sinnvolleres nutzen könnte, wenn man es sich selbst eingesteht.
Sg
SgtRumpel antwortete am 02.08.2019:
Guter Punkt! Man "verliert" sich sozusagen in den Social Medias, auch als Zuschauer, so hatte ich das noch gar nicht betrachtet, aber wenn ich darüber nachdenke, stimmt das total.
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Je
Jerina Lande schrieb am 01.08.2019:
Ein wichtiger Artikel, der ganz gut zusammenfasst, was mir vor geraumer Zeit bewusst geworden ist und was glücklicherweise auch immer mehr meiner Bekannten realisieren.

Social Media hat verlockende Vorzüge. Seit frühester Kindheit künstlerisch tätig und mit demselben Schaffensdrang gesegnet, welchen du im ersten Absatz so treffend beschrieben hast, habe ich vor einigen Jahren Künstler-Accounts auf zwei verschiedenen Netzwerken angelegt, um diese Vorzüge zu erfahren und wurde relativ schnell mit den Nachteilen konfrontiert.
Ich bin eher zurückhaltender Natur und meine Kunst hatte mir immer geholfen, Kontakte zu knüpfen und in meinem privaten Umfeld als besonders eingestuft zu werden, ohne viele Worte gewechselt zu haben. Eine Zeichnung war immer der Anlass für ein nettes Gespräch. Und auch, wenn ich nicht gerne im Mittelpunkt stehe, tat es dennoch gut, diese positive Aufmerksamkeit und das Lob zu erfahren.
Plötzlich sind da millionen von Menschen, die mit wenigen Klicks fantastische Zeichnungen und Malereien präsentieren. Man fühlt sich nicht mehr speziell. Unscheinbar, das trifft es ganz gut. Und die eigene Kunst steht plötzlich im Schatten beeindruckenster Werke, die laut dem jeweiligen Künstler "mal eben in der Mittagspause gemalt" wurden. Ist man selbst dann auch noch sein grösster Kritiker, wird es immer schwieriger, am eigenen Schaffen noch irgendetwas Herausragendes zu finden.
Entweder ist dieser erste, überwältigende Eindruck schon abschreckend genug, oder man spielt das Spiel einfach mit. Zumindest versucht man es.
Mir wurde relativ schnell bewusst, dass Seiten wie DeviantArt zwar dabei helfen, Follower und Aufmerksamkeit zu generieren, aber Kunstwerke, für die teilweise viele Tage benötigt wurden, zu Fliessbandware mutieren. Auf bspw. DeviantArt habe ich vieles gesehen, das mich zutiefst beeindruckt hat, doch kann ich mich an nur wenige Werke erinnern. Von den Künstlernamen ist mir kein einziger im Kopf geblieben.
Wenn man selbst solche Werke erschafft und weiss, was das für Zeit in Anspruch nehmen kann, würdigt man das entsprechend. Aber für jemanden, der mit der Materie nicht vertraut ist, verliert das schnell an Wert. Wenn ein Zeichner dann auch noch vorsorglich über einen längeren Zeitraum produziert und dennoch alles als Arbeit eines einzigen Nachmittags verkauft, dann haste den Salat.
Nun gut, reflektiert habe ich das alles später, aber anfangs rutschte ich in die Fanart-Schiene. Doch auch da kam mir irgendwann das Grauen. Ich habe damals einige FanArtists gesehen, die mehr Follower generieren wollten, indem sie eines ihrer Werke an alle verlosten, die ihre Seite während eines bestimmten Zeitraumes geliked haben. Das heisst also, eine Menge User liken die Seite, weil sie eine Zeichnung des entsprechenden Promis/derFigur haben wollen. Nicht, weil sie den Zeichner toll finden.
Ich erhalte also eine Menge Likes und Follower, die nicht an mir oder meinen Fertigkeiten interessiert sind, sondern an der Person, die ich zeichne.
Wie behämmert ist das denn?
Ein Trend, dem ich damals nicht gefolgt bin und ab da ging es auch ziemlich schnell abwärts mit meinen Seiten. Ich habe sie einfach bewusst vernachlässigt und irgendwann gar nichts mehr gepostet.
Ich möchte auch nicht das zeichnen, was gerade die meisten Follower generiert, sondern warte ab, bis mir eine tolle Idee kommt, die vielleicht noch kein anderer hatte, und die es sich umzusetzen lohnt. Wenn ich von Arbeiten anderer inspiriert bin, setze ich das gerne für mich persönlich um. Bekanntwerden möchte ich jedoch mit etwas, das man dann mit mir als Künstler auch verbindet. Und wenn mir solch eine Idee erst mit 80 Jahren kommt, das ist mir egal.
Das schreibe ich jedoch als jemand, der das ganze als Hobby betreibt. Ich bin mir sicher, dass jemand, der von dem, was er kreiert, auch leben möchte, die gesamte Problematik anders sieht und sich dem ein oder anderen Trend eher unterwirft, als es bei mir der Fall ist. Dein Artikel hilft dabei, auch diese Seite der Medaille zu verstehen.

Im Privaten lohnt es sich ebenfalls, sein Verhalten in den sozialen Netzwerken zu reflektieren. So viele Menschen in meinem Bekanntenkreis klagen darüber, viel zu wenig Zeit für ihre Hobbies zu haben, lungern aber drei Stunden täglich auf Facebook und Twitter herum.
Wie viele wunderbare Momente hat man schon verpasst, weil man sich stattdessen gefragt hat, wie viele Likes das entsprechende Foto wohl bringen würde?
Oder macht Urlaub in einem bestimmten Land, nicht, weil es einen selbst interessiert, sondern, weil es den Followern gefallen könnte?

Dann die ganzen negativen Meldungen, Artikel und Kommentare, die mir der Facebook-Algorithmus mit besten Grüssen aus der Hölle hat zukommen lassen.
Das hat mich regelrecht krank gemacht, weil ich mit negativem Input in den Tag gestartet bin und mit negativem Input schlafen ging. Ich hatte keinen Antrieb, keine Inspiration mehr, irgendetwas zu kreieren. Irgendwann merkt man halt, dass man zur Abwechslung mal wieder versuchen sollte, sich selbst zufriedenzustellen als immer nur die anderen.
Anfang des Jahres habe ich diesem ganzen Zirkus dann entsagt und schaue nur ab und zu nochmal rein. Seitdem fühle ich mich so gut wie schon lange nicht mehr.
Einfach frei von diesem ganzen Zwang. Und ja, es ist ein Zwang, und sobald man das begriffen und sich selbst eingestanden hat, dass man da drinsteckt, ist der Weg heraus schon ein ganzes Stück leichter. :-)

Artikel wie deiner können Menschen helfen, zu realisieren, was Social Media mit ihnen macht, wenn sie sich den Algorithmen und ungeschriebenen Gesetzen der Netzwerke (unbewusst) unterwerfen.
Ich finde es gut, dass auch du für dich einen besseren Weg gefunden hast, mit den sozialen Medien umzugehen.
Und gerade, weil nun weniger Content von dir kommt, als es früher der Fall war, wird dieser Content von den "richtigen" Leuten viel höher geschätzt und auch die Freude darüber ist grösser. :-)
Sg
SgtRumpel antwortete am 02.08.2019:
Es gab mal eine Untersuchung, in der Menschen mit und ohne Spiegel für eine gewisse Zeit gelebt haben. Soweit ich mich erinnern kann waren die Menschen ohne Spiegel in der Wohnung wesentlich zufriedener :D Das ist irgendwie eine Parallele, finde ich. Die Zahlen und Daten der Social Media sind eine Art Spiegel der eigenen online-Präsenz, und dieses ständige in-den-Spiegel-schauen kann starken Einfluss auf die Psyche haben. Nicht umsonst sind Instagram, Facebook und Co voll von Eitelkeit!

Wenn man dann beginnt, tatsächlich seine Freizeit und sein ganzes Leben auf die sozialen Medien auszurichten, ist das wirklich problematisch. Da gibt es schon bestimmte Leute, die sich extra ein Social-Media Gesicht operieren lassen, also ein Gesicht, das möglichst gut aus den typischen Kameraperspektiven für Selfies aussehen. Das ist schon krankhaft...

Bei mir und Dir ging es ja "nur" um die künstlerische Arbeit, aber - wie man sieht - kann das auch schon recht starken Einfluss haben. Umso wichtiger also, dass man für sich selbst seine Konsequenzen zieht :D
Je
Jerina Lande antwortete am 06.08.2019:
Oh ja, von diesem Experiment habe ich auch gelesen. :-) Das ist definitiv eine Parallele. Die sozialen Netzwerke würde ich sogar mit einem Spiegelkabinett auf dem Rummelplatz vergleichen. Faszinierend, sich aus all diesen Perspektiven zu betrachten und von anderen betrachtet zu werden. Die Dimension, die zu jeder Seite hin erweitert wird. Die eigenen Problemzonen bekommt man in hundertfacher Ausführung zurückgeschleudert und alles, was man an den anderen Besuchern dieses Kabinetts schöner findet, ebenfalls. Der Ausgang ist nur schwer zu finden.
Und anstatt sich selbst gemütlich zuhause vor dem eigenen Spiegel zu betrachten, ist es, als ob man plötzlich mit zig anderen Personen davorsteht, und jeder versucht, sich von seiner besten Seite zu präsentieren und vermeintliche Problemzonen zu verbergen oder zu kaschieren. Und plötzlich sind es dann nicht mehr die eigenen Problemzonen, die man gerne ändern würde, man vergleicht sich mit den anderen gleich mit. Wenn der eigene Lebenslauf nicht mit der Erwartungshaltung der sogenannten Freunde konform geht, fühlt man den Stress, sich auch dort anpassen zu müssen.
Und ein Spiegel lügt nicht. Gnadenlos und ungeschönt wird er alles genau so zeigen, wie es ist. Automatisch dichtet man dann selbst hinzu, was man gerne hätte. Kein Wunder, dass J.K. Rowling das verlockende Konzept des Spiegels "Nerhegeb" erdacht hat. :-)

Hmm. Zum Social-Media-Traumgesicht fällt mir nur ein, dass man sich auch Selbstbewusstsein nicht mit Geld kaufen kann. Also gibt man das Geld wohl eher für ein neues Gesicht aus. XDD Definitiv krank, aber es wundert mich leider überhaupt nicht. :-(
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Nu
Nusstafel schrieb am 10.08.2019:
Ich lese deine Artikel zwar nur sehr selten, aber immer wenn ich sie lese, finde ich deine Erfahrungen oder Ansichten die du darin mit uns teilst sehr interessant.
Das gilt auch für diesen Artikel, durch den ich nun noch viel besser verstehe, weshalb du nicht mehr Twitch streamst.
Ich wünsche dir noch viel Erfolg bei deinem Schaffen und alles Gute! :)
Sg
SgtRumpel antwortete am 10.08.2019:
Vielen Dank! :)
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...auf meinem Blog. Hier schreibe ich über mein kreatives Schaffen, philosophiere über das Leben und rege mich gelegentlich auch über gesellschaftliche Zustände auf.
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